Museumsfahrt am 13. Juni 2017 nach Schrobenhausen


 

Am 13. Juni, einem Dienstag, fuhren 12 Teilnehmer in Fahrgemeinschaften nach Schrobenhausen, einem bekannten Spargelzentrum. Trotz baustellenbedingter Irritationen waren alle pünktlich im „Europäischen Spargelmuseum“

Reizvoll in einem Turm der alten Stadtmauer untergebracht, vermittelte eine kompetente und nette Führerin alles über den Spargel – Geschichte, Anbau, Ernte, Verwendung in der Medizin und Spargel in der Kunst. Bis ins 18. Jahrhundert war Spargel ein Luxusgemüse für höfische Kreise. Ab dem 19. Jahrhundert - mit Beginn der Industrialisierung - fand der Spargel den Weg in die Küchen der bürgerlichen Schichten.
Während beim Anbau moderne Geräte die Arbeit erleichtern, ist die Ernte auch heute noch Handarbeit; früher überwiegend von Frauen, heute von Saisonarbeitern ausgeführt. Neben vielen Objekten, Schautafeln im Haus bot ein ca. 10 m langer Schauhügel (Spargeldamm oder Bifang) Gelegenheit, einen zwar dünnen Spargel aber schmackhaften Spargel zu stechen.
Beim Verlassen des Museums erregte ein Storchennest unser Erstaunen da sich der Storch trotz einer unmittelbar neben dem Nest flatternden Fahne sichtlich wohlfühlte.

Nach kurzer Fahrt durch das „Donaumoos“ erreichten wir die Museums Gaststätte „Rosinger- Hof“, wo wir im Biergarten unter Kastanien lecker zu Mittag aßen.
Im unmittelbar benachbarten Freilichtmuseum „Haus im Moos“ erhielten wir am Beginn der 2- stündigen Führung einen Einblick in die Institution und Immobilie der Bildungsstätte.
Das Donaumoos entstand über Jahrtausende durch die Ablagerung von „Geschiebe“ von Alpengeröll am Donauufer. Dieses verhinderte den Ablauf des Wassers in die Donau, es entstand ein Niedermoor. Es gibt also Parallelen zur Ursache der Bodenverhältnisse im Raum Königsbrunn und Donaumoos >>> Das Geschiebe !!!
Die Besonderheit der Bodenverhältnisse und die Probleme der Haus-Gründung veranschaulichten Nachbauten im Maßstab 1:1. Die Dicke des Moores verringerte sich innerhalb von 300 Jahren durch Trockenlegung, Torfstechen und Erosion von ca. 1,50 m auf etwa 30 cm.
Der Rundgang durch das Freigelände zeigte die zu Beginn geschilderten großen Schwierigkeiten beim Rekrutieren von Arbeitskräften zur Trockenlegung. Als Beispiel wurde Insassen von Gefäng-nissen nach 3 Jahren Arbeit in Moor die Reststrafe erlassen. Sie erhielten einen kleinen Streifen Land und konnten dort mehr schlecht als recht ihr Dasein fristen. Die Besichtigung einiger kümmerlicher Häuschen verdeutlichte die sehr ärmlichen Lebensbedingungen. Da der Boden sehr nährstoffarm war, ermöglichte erst der Kunstdünger einen halbwegs auskömmlichen Ackerbau. Der Anbau von Saatkartoffeln ist heute ein wichtiges Standbein der Landwirtschaft.
Auch das „Wisentprojekt Donaumoos“ erweckte großes Interesse.
Ein leckeres Stück Torte und eine Tasse Kaffee im „Rosinger Hof“ bildete den Abschluss einer lohnenden Museum Fahrt.

Dieter Bell

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Anweisungen zum Spargelstechen Spargelstechen vor Ort
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Geschichte des Spargels Verabschiedung mit einem großen Dank
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Lecker, guten Appetit Geschichte des Moores
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