2. und 3. Ferienprogrammtermin 2010

Nacht der Gespenster im Museum am 19. u. 20.08. 2010

Ganz schön gruselig kann es nachts im Naturmuseum Königsbrunn sein. Dennoch hat sich eine Gruppe mutiger Kinder zusammen mit der Biologin Susanna Eberl vom Freundeskreis Dr. Heinz Fischer Sammlungen im Rahmen des Ferienprogramms dort des Nachtes hingewagt.

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Bild 1: Huch, Spinnen, leben die noch?
Bild 2: Harald Harazim erklärt die „Xylothek“, eine Baumrindensammlung in Bücherform.

Im Licht der Taschenlampen begeneten den jungen Forschern schaurigen Schattennbildern des Steinadlers, dessen Flügel gut 2m werden können. Sie entdeckten die Haut einer der größten, auf Erden lebender Schlangenart, der Anakonda. Heimisch in den feuchten Urwäldern Südamerikas, kann das mythenumworbene Reptil mit seinen 9 m oder mehr sogar Menschen gefährlich werden. „Die hier,“ erklärt Susanna Eberl „hat aber höchstens Tiere in der Größe von kleinen Ziegen und Schafen verschlungen. Mit ausgehängten Kiefern bekommt man solch große Beute durch die verhältnismäßig kleine Mundöffnung schon runter“.

 
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Bild 3: Ganz schön grußelig, die großen Vögel im Schein der Taschenlampen.
Bild 4: Das größte Insekt der Welt.

Abdrücke von Libellen, die vor etwa 150 Millionen Jahren lebten und sich im Aussehen seither kaum verändert haben, gab es zu sehen, sowie auch die von Flugsauriern und Bilder vom Urvögel Archeopteryx aus dem gleichen Erdzeitfenster.

Genauer begutachtet wurde der riesige Goliathkäfer aus West- und Zentralafrika. Dort noch zahlreich vorkommend, werden seine Larven als Delikatesse verzehrt. Nussartig sollen sie schmecken, weiß Eberl zu erzählen. Das haben ihr Besucher aus Namibia bei einer monatlichen Führung im Museum aus eigener Erfahrung erzählt.

 
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Bild 5: Da sind sie ja, die Gespenster.
Bild 6: Nach der Tour durchs nächtliche Museum werden die schönsten Schmetterlinge gemalt.

Große Anerkennung fanden auch Schrecken, Falter und Käfer in all ihren Variationen, Farben und Formen. Welche die Abschrecken um Jäger in die Flucht zu schlagen, und andere, bei denen man gleich zweimal hinschauen muss um sie zu entdecken. „Und das sind nur zwei der Strategien sich vor Fressfeinden zu schützen“, erläutert Eberl. Falter mit Schlangenbildern auf den Flügeln, haarige Vogelspinnen und bedrohliche Skorpione ließen Kinderaugen größer werden.

Eines allerdings gab es im Museum nicht: Gespenster! Aber dem wurde Abhilfe geschaffen. Ab jetzt hat das Museum seinen eigenen kleinen gebastelten Geist! „Nein, ich habe überhaupt keine Angst gehabt, und es hat echt Spaß gemacht!“ erklärt Selina, die jüngste Teilnehmerin, stolz auf ihre Gespenster in derHand.                "Durch solche Aktionen kann man als Partner der "Umweltbildung Bayern" unter dem Motto "WertvollerLeben" eine interessante Brücke zwischen der umfangreichen Sammlung des Augsburger Naturforscher Dr. Heinz Fischer und dem derzeit aktuellen Thema der Artenvielfalt bauen. Kinder werden später nur schützen, was sie kennen und schätzen gelernt haben", erklärt Eberl.

Susanna Eberl