Ausflug zum Museum "Wald und Umwelt" in Ebersberg


 

 Am 13.Oktober 2018 trafen sich 10 Aktive unseres Museums in Ebersberg – ca.20 km östlich von München – bei strahlendem Sonnenschein am Museum.

Dieses, in der Trägerschaft der Stadt Ebersberg 2004 gebaut, liegt in wunderschöner Voralpen-Landschaft unterhalb des Ebersberger Forstes, einem schönen Buchenwald.

Die Führerin Frau Kunz gab oberhalb des Gebäudes mit Blick auf die Berge einen Überblick über das Museum und die Landschaft. Diese wurde nach der Eiszeit von den sich zurückziehenden Gletschern geformt und hinterließ - ähnlich wie im Lechfeld - eine „Geröll-Wüste“.

Im Laufe der Jahrtausende bildete sich daraus eine Landschaft mit überwiegendem Buchenbestand. Heute zeigt sich eine reizvolle hügelige Wiesen-Landschaft mit dazwischen eingestreutem Baumbestand.

Das Museum zeigt eindrucksvoll die Bedeutung des Waldes für unsere Vorfahren und die heutige Zeit.

Die Geschichte der Waldnutzung als Lebensgrundlage der früheren Generationen, Ökologie und heutige Bedeutung für den Klimawandel wird durch abwechslungsreichen Medieneinsatz und spannende Exponate dargestellt.

Nach einem leckeren Mittagessen im benachbarten „Landgasthof Kugler“ erläuterte Frau Dr. Oelmann die Ebersberger Holzbibliothek von Candid Huber.
Der 1768 als Sohn eines Mehlhändlers aus Ebersberg geborene Candid Huber zeigte schon als Schüler und später als Priester des Jesuiten-Klosters in Ebersberg großes Interesse an der Natur. Als Hilfspriester im Benediktinerkloster in Niederaltaich im Bayerischen Wald legte er Gärten an und züchtete Bienen und Seidenraupen.
1785 als Pfarrvikar und Botaniker zurück in Ebersberg verwaltete er den Wald der Malteser.
Hier entstand die Holzbibliothek, aus ca.90 „Büchern“ aus Holz bestehend. Jedes Buch ist einem Baum gewidmet, besteht aus dem Holz und der Rinde als Buchrücken. Im Innern der aus dem Vollen geschnitzten Buchhälften sind konservierte Baumteile, Samen, Früchte, Schädlingen u. ä. eingelegt. Mit seinen Begleitbänden ist die Bibliothek ein umfassendes frühzeitliches Dokument der damaligen Waldnutzung und -Forschung.

1813 starb Candid Huber, von den Zeitgenossen auch „Holz- und Käferherrle“ genannt.

Da im benachbarten Cáfe kein Stuhl frei war, fuhren wir gegen 16.00 zurück nach Königsbrunn.

Dieter Bell

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Alle lauschen gebannt den Erklärungen zu früheren Waldnutzung Gerät zur Rodung
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Holzbücher aus Zweigen von Sträuchern Holzbuch von innen mit vielen Teilen des Wegedorns
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Holzbuch von aussen 168 Stufen rauf und 168 Stufen wieder runter